Themenschwerpunkt

Ausführungen der künstlerischen Leiterin des Straßburger Straßenkunstfestivals

Wider die Distanzierungen, das Unausgesprochene, die Missverständnisse und andere Pauschalurteile, wider mein Misstrauen und deinem Misstrauen muss man aus dem Haus gehen, sich begegnen, sich auf den Weg machen und an einer glücklichen oder vorsichtigen Verbindung zwischen unseren Welten arbeiten.

Es gibt das FARSe.

Sich über deine Schulter lehnen. Sich für die Einzelheiten deiner Atmung interessieren, wenn du lachst. Angesichts eines akrobatischen Kunststücks Gänsehaut bekommen. Die Falten einer Haut beobachten, den Blick eines Passanten einfangen. Die Empfindung kennenlernen, wenn eine Feder auf meiner Wange landet.

Du, der andere, die- oder derjenige, die oder den ich nicht kenne, der oder dem ich noch nie begegnet bin, die oder der mir sicher fremd ist und deren oder dessen Ansichten ich nicht teile. Die- oder derjenige, die oder den ich unbedingt kennenlernen möchte, entgegen meinen eigenen Vorurteilen. Es gibt das FARSe, um einander zu begegnen. Die Menschheit ist nie so schön, wie wenn sie eine Gemeinschaft bildet.

In diesem Sommer gilt es, einander zu begegnen und sich zusammenzuschließen.

Denn sich wirklich zusammenzuschließen bedeutete stets einander zu lieben.

In diesem Sommer gibt es daher das FARSe, um einander näherzukommen.

Lucile Rimbert

Künstlerische Leiterin des Straßburger Straßenkunstfestivals 2022